Untersuchungen zu Fledermäusen und Verkehr

Quantifizierung und Bewältigung verkehrsbedingter Trennwirkungen auf Arten des Anhangs der FFH-Richtlinie, hier Fledermauspopulationen: Forschungsvorhaben des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (FE-Nr. 02.0256/2004/LR)

In Arbeitsgemeinschaft mit Malte Fuhrmann (Beratungsgesellschaft NATUR GbR, Oberwallmenach), Dr. Gerald Kerth (Angewandte Zoologie und Naturschutz, Uni Greifswald), Dr. Björn Siemers (Max-Planck-Institut für Ornithologie), Dr. Jur. Tobias Hellenbroich (Aachen).
Projektleitung: FÖA Landschaftsplanung, Dr. Jochen Lüttmann.

Das Vorhaben besteht aus den Teilen „Gutachten" und „Handlungsanleitung".

Das Gutachten gliedert sich in:

  • empirische Wirkungsuntersuchungen
  • experimentelle Wirkungs- und Funktionskontrollen für Vermeidungsmaßnahmen
  • Auswertung vorhandener Daten
  • Formulierung der rechtlichen Anforderungen.

Als vorrangige Untersuchungsinhalte werden die Themen in das Zentrum der empirischen Forschung gestellt, bei denen besonders gravierende Wissensdefizite bestehen:

  • Labor-experimentelle Verhaltensuntersuchungen an einer als besonders lärmempfindlich geltenden Fledermausart sollen Auskunft über die Beeinträchtigung von Fledermäusen durch Schall­immissionen geben (B. Siemers)
  • Zerschneidungswirkungen und weitere Komplexwirkungen (Barrierewirkungen, Isolation, Jagdgebietsbeeinträchtigungen) durch Anlage und Betrieb von Autobahnen werden vergleichend mittels Telemetrie, Detektor und weiteren Methoden in „großen“ und „kleinen“ Wäldern und an „neuen“ und „alten“ Autobahnen sowie an Bahnstrecken (Neubaustrecken bzw. Hochgeschwindigkeits-Zugstrecken und Altanlagen) untersucht.
  • Querungshilfen werden auf ihre Wirksamkeit hin untersucht (Akzeptanz- / Präferenz­untersuchungen)
  • Das Ausmaß des Kollisions­todes bzw. die Fallenwirkung von Bahnstrecken und Straßen wird durch Totfund-Studien und insbesondere vergleichende IR-Video­dokumentation von Fleder­mäusen an Straßen abgeschätzt.

Untersuchungsobjekte sind vor allem die Arten Großes Mausohr, Bechstein­fledermaus und Mops­fledermaus, die in Anhang II und IV FFH-RL genannt sind. Einige Unter­suchungen beziehen auch weitere Arten ein.

Das Gutachten bildet den fach­wissenschaft­lichen Hintergrund für die Handlungs­anleitung / „Hinweise“

In den „Hinweisen“ werden auf der Basis des fach­wissenschaft­lichen Hinter­grundes und der rechtlichen Einordnung konkrete Empfehlungen / fachliche Hilfen für die Erstellung der landschafts­planerischen Beiträge (UVS, Landschafts­pflegerische Begleit­pläne einschl. Artenschutzprüfung und FFH-VP) entwickelt. Die „Hinweise“ wenden sich an die für die Erstellung der Landschafts­pflegerischen Begleit­pläne und Artenschutz­prüfung zuständigen Verwaltungen des Bundes­verkehrswegebaues (Straße und Schiene) und deren Fachgutachter.

Die Aussagen folgen den Phasen Wirkungs­prognose und Bewertung (Maßstäbe) sowie Maßnahmen­konzeption (Vermeidungs-, Ausgleichs- und Ersatz­maßnahmen bzw. Schadens­begrenzungs- und Kohärenz­maßnahmen) und berücksichtigen die unter­schiedlichen Anforderungen und Rechtsfolgen, die aus dem UVPG, der Eingriffsregelung und der FFH-RL (Art. 6, Art. 12 und 16) folgen.

Siehe auch:

Teilergebnisse als Poster auf der Landschaftstagung der FGSV 2013.

 

 

Auftraggeber:

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

Planungszeitraum:

2004-2009

 Bechsteinfledermaus mit Sender

Versuchsaufbau

Schemazeichnung Gefährdungsbereich