Video- und Kastenmonitoring für Fledermäuse

Fledermausmonitoring B 96n Bergen-Altefähr (Baumkontrollen, Kastenmonitoring, Kollisionsmonitoring)

Projektschwerpunkte:

Baumkontrollen und Kastenmonitoring für Fledermäuse im Zusammenhang mit der B 96n Bergen-Altefähr auf Rügen. Zum zeitlichen Schließen von möglicherweise eintretenden Lücken im Angebot an geeigneten Fledermausquartieren (hier: Baumhöhlen) wurden ab April 2009 bereits im Vorgriff des Eingriffs (Entnahme von Bäumen incl. der Entnahme von potentiell geeigneten Baumhöhlen) künstliche Ersatzquartiere (so genannte „Fledermauskästen“) bereitgestellt.

Die Untersuchung bezüglich der Quartierwahl hat folgende Teil-Fragestellungen:

  • Wird das zusätzliche Quartierangebot von den im Artenschutzbeitrag genannten Zielarten angenommen?
  • Welche Quartierfunktion erfüllen diese Kästen?
  • Entwickeln sich die Kolonien im Straßenumfeld positiv (oder jedenfalls nicht negativ)?

Des Weiteren hat das Monitoring die Aufgabenstellung, die Entwicklung der lokalen Populationen zu überwachen und Hinweise darüber zu erlangen, ob die zur Schadensabwehr ergriffenen Vermeidungs- und vorgezogenen Ausgleichsmaßnahmen ausreichend sind oder ggf. ergänzt werden müssen.

Das Kastenmonitoring wird durch wiederholte methodengleiche Kontrollen der Kästen über einen Zeitraum von mind. 6 Jahren durchgeführt. Diese werden durch 3 bis 5 Kontrollen pro Sommer / Aktivitätsperiode realisiert und können ggf. durch individuelle Markierung (Flügelklammer) aller angetroffenen Individuen ergänzt werden. Von den festgestellten Tieren werden neben der Artzugehörigkeit biometrische Daten (Geschlecht, Alter, Reproduktionssta-tus, Gewicht, Gesundheitszustand /-schäden) erhoben. Die Auswertung erfolgt individuenbezogen (Aussagen zum Status) und koloniebezogen (populationsbiologische Fragen des Erhaltungszustandes).

Um abschätzen zu können, ob sich der Zustand der lokalen Population verändert, müssen für den Fall des Ausbleibens entsprechender Nachweise durch die Kastenkontrollen weitere Untersuchungsmethoden herangezogen werden. Hierfür kommt eine Methodenkombination aus Aktivitätskontrolle mit dem Detektor, Netzfang und Telemetrie zur effizienten Suche nach besetzten Baumhöhlen zum Tragen.

Ergänzend zur Kontrolle eingerichteter  Fledermauskästen wurde in 2010 und 2011 ein Monitoring für Fledermäuse in Bezug auf mögliche Kollisionsgefahren durchgeführt.

Zur Erfassung des Flugverhaltens von Fledermäusen wurden mittels infrarotempfindlicher Videokameras und unter Ausleuchtung des Straßenraums der B 96 unter Verkehr mit infrarotem Licht Filmaufnahmen angefertigt. Die Kameras waren so ausgerichtet, dass der gesamte Straßenquerschnitt erfasst wurde. Die verwendete Gerätekombination ermöglichte es, Objekte in der Größer einer Fledermaus in einer Entfernung bis 30 m (max. 80 m) je Blickrichtung zu erfassen.

Auftraggeber:

DEGES Berlin

Planungszeitraum:

2009-2015

Baumkontrolle

Baumsteiger

Baumhöhle